DRSSTC 7

Die DRSSTC 7 ist nach einer beinahe einjährigen Pause der Nachfolger der DRSSTC 6. Erstmals wurde eine “intelligente” Startautomatik eingebaut, um keinen Stelltransformator zu benötigen. Desweiteren wurde eine Prototypschaltung zum Treiben der Vollbrücke verwendet.

Dieser BPD (Bridge Pre Driver) ist ein Konzept, welches mir schon seit längerer Zeit im Kopf herumgeschwirrt ist.

Normale DRSSTCs bzw deren Treiber werden mit etwa 12 bis 15 Volt angesteuert. Also ist auch die Amplitude des Ausgangssignals auf etwa diesem Pegel. Da das Ausgangssignal über einen GDT (Gate Drive Transformer) zur Brücke geleitet wird, um eine effiziente galvanische Trennung zu erreichen, steht natürlich nur eine begrenzte Leistung zur Verfügung.

Ein IGBT in einer Brücke benötigt für gewöhnlich mehr als 15 Volt um effizient und schnell zu schalten. Da die Flanken bei höherer Gatespannung steiler sind, verwendet man 1:2 GDTs. Also haben die Sekundärspulen eines solchen Übertragers die doppelte Windungszahl wie die Primärspule. Das bedeutet aber auch, dass bei beispielsweise 30V 200mA an einer der Sekundärspulen 15V 400mA zuzüglich Verlustleistung im Kern vom Treiber geliefert werden müssen.

Das hört sich alles noch nicht nach einem Problem an, wird aber problematisch, wenn man sich Simulationen anschaut, die einen IGBT bei etwa 200kHz und dessen Gatestrom zeigen.

IGBTs benötigen sehr hohe Pulsströme, um eine ordentliche Flankensteilheit zu gewährleisten. Bei einem IGBT mittlerer Leistung kann der Umladestrom teilweise bis zu 10A und mehr betragen. Dieser Strom fließt zwar nur über einen Zeitraum von wenigen 100nS, doch trotzallem kann ein schwacher Treiber einen solchen Pulsstrom nicht zur Verfügung stellen. Die Spannung würde zusammenbrechen und die Flankensteilheit leidet dann natürlich darunter. Das kann so weit gehen, dass durch ungenügende Treiberleistung eine Funktion nicht mehr gewährleistet ist, oder seltsame Fehler auftreten.

Der BPD setzt genau bei diesem Problem an. Im Grunde genommen ist diese Schaltung nichts Besonderes. Sie wurde so konzipiert, dass sie an jeden gebräuchlichen Treiber angeschlossen werden kann. Der Vorteil dieser Schaltung ist die Umkehrung der Verhältnisse eines GDT.

Der BPD arbeitet mit einer Spannung von rund 80Volt. Der Vorteil dieser hohen Spannung ist der relativ niedrige Strom, der in der Primärspule fließt. Bei etwa 20 Primärwindungen und nur 5 Sekundärwindungen, die aus dicker Litze bestehen, stehen dort 1/4tel der Eingangsspannung beim 4 fachen Strom zur Verfügung.

Da in dieser nachgeschalteten Treiberstufe natürlich Leistungs Mosfets verwendet werden, ist die Treiberstufe viel robuster und verträgt kurzzeitig auch extreme Überlast. So ist es mit dieser Schaltung auch möglich, große IGBTs mit großen Gate Kapazitäten zu betreiben, und das komplett galvanisch getrennt, ohne komplizierte High Side Treiber verwenden zu müssen.

Aber nun zur eigentlichen Spule.  

Aufbau, Primär- und Sekundärspule

Die Primärspule besteht aus 8 Windungen 6mm Kupferrohr und hat einen Außendurchmesser von 30 cm .

Die Kopplung hat sich im späteren Verlauf als ein wenig niedrig erwiesen. Trotzallem bringt die DRSSTC 7 die erwarteten Ergebnisse und wartet durch den neuen Modulator natürlich auch mit musikalischen Überraschungen auf.

Die Sekundärspule ist auf ein 110mm PP Rohr aus dem Baumarkt gewickelt und hat eine bewickelte Höhe von 45cm. Der verwendete Kupferlackdraht hat eine Stärke von 0,25mm.

Die Resonanzfrequenz nach Raacke berträgt somit 123kHz. (Mit Torus)

Der Treiber der DRSSTC 7 ist recht komplex und daher auch nicht leicht nachzuvollziehen. Aber im Grunde ist die grundlegende Funktion die gleiche, wie bei jedem anderen DRSSTC Treiber auch. Mithilfe eines Ferrit Ringkerns wird die exakte Resonanzfrequenz der Sekundärspule in den Treiber eingespeist. Dieses Signal wird mithilfe einer Logikschaltung in ein Rechteck umgewandelt und von den Treiber ICs verstärkt. Das Signal wird dann auf zwei Mosfet Gegentaktstufen gegeben, die eine Vollbrücke darstellen und auf einer Versorgungsspannung von etwa 60V DC arbeiten. Desweiteren beinhaltet der Treiber eine aktive Überstrombegrenzung.

Auch die Brücke wurde für diese DRSSTC komplett neu entwickelt. Mir war es wichtig, Module zu entwickeln, die sich leicht aneinander koppeln lassen, um ein professionelles Gesamtbild zu erhalten und auch um eine wirre Verkabelung zu vermeiden. Alles sollte übersichtlich gegliedert sein.

Die Brückenplatine enthält einen Onboard Netzfilter, um Spitzenspannungen und Hochfrequenzanteile zu dämpfen. Desweiteren verfügt die Brückenplatine über einen Komparator, der die Spannung des Glättungselkos überwacht. Der Elko wird beim Einschalten der Netzspannung langsam über einen Hochlastwiderstand geladen, welcher ab einer bestimmten Schwellspannung mithilfe eines Relais überbrückt wird. Somit braucht man keinen Stelltransformator um den großen Kondensator zu laden.

Die IGBTs sind einzeln auf seperate Kühlkörper montiert um eine bessere Wärmeableitung zu ermöglichen, was nach einigem Rechnen auch wirklich der Fall ist. Zudem habe ich berechnet, dass diese Kühlkörper günstiger im Verhältnis zu Preis/Wärmeabgabeleistung stehen.

Die fast fertige DRSSTC 7 .

Der Torus ist aus 2 Hälften Styroporringen zusammengesetzt und mit Aluklebeband beklebt worden. Solche Styroporhälften bekommt man kostengünstig im Baumarkt oder im Bastelladen.

Das Gehäuse wurde aus HDPE aufgebaut. Die Frontplatten sind aus 1mm starkem Alublech.

Die Front trägt die nötigen Bedienelemente, wie etwa eine Coaxbuchse für das Modulatorsignal, verschiedene Leuchtdioden zum Anzeigen des Betriebszustands und natürlich Netzschalter für Treiber- und Brückenspannung.

Im Großen und Ganzen wird die DRSSTC 7 somit zu einem kompakten Gerät für Borführungen und Vorträge ohne viel Schnickschnack.

 

Trotzallem ist diese Spule für den Anfänger eher weniger geeignet, da ein wenig Erfahrung mit der Materie dringend nötig ist, um die Schaltungen zu überprüfen und die nötigen Einstellungen bzw Abänderungen für ein funktionierendes Modell vorzunehmen.

Ein Blick in das relativ sauber verkabelte Innere der DRSSTC 7 .

Der MMC wurde aus 15 Wima FKP1 0,1µ 1,6kV aufgebaut.

Der Verschaltung nach entspricht die Kapazität 166nF bei 6,4kV DC.

Die Primärverkabelung wurde mit 10mm² ausgeführt.

Noch ein Blick auf das Innenleben.

Falls man die Spule mit einer externen Stelleinrichtung wie meinem Steuerpult betreiben möchte, sind entsprechende Anschlüsse als Bananenbuchsen auf der Rückseite angebracht.

Da man Treiber- und Versorgungsspannung seperat voneinander komplett zu oder abschalten kann, ist es so auch möglich mit einer DC spannung die Brückenspannung extern zuzuführen.

Videos der DRSSTC 7

http://www.youtube.com/watch?v=G-wLpnLhGYY

http://www.youtube.com/watch?v=uBCMsWe_XiA

http://www.youtube.com/watch?v=ZyG_DPf0jLQ

http://www.youtube.com/watch?v=0uINmReBqck

http://www.youtube.com/watch?v=uGgr7h_C-PY

http://www.youtube.com/watch?v=IYOc48VvTbg

 

Bildergalerie

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